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Amerika im November

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Ein Spielplatz in Brooklyn, New York, am 20.11.2016 Richard B. Spencer wird als Erfinder des Begriffs "Alt-Right" angesehen. "Alt-Right" ist, ganz grob, das was bei uns unter "Rechtspopulismus" zusammengefasst wird, wobei man die Definition auch noch weiter nach rechts verschieben kann. Es gibt Leute, die Spencer dem "White Supremacist"-Umfeld zurechnen, also jenen Leuten, die von der Überlegenheit der weißen Rasse überzeugt sind. Zu Alt-Right jedenfalls gehören neben Spencer auch Leute wie Stephen Bannon und Andrew Breitbart. Nach dem Tod des Gründers hatte Stephen Bannon die Leitung der Breitbart-Website übernommen und sie nicht nur zum Sturmgeschütz von Alt-Right ausgebaut, sondern auch zu der Nachrichtenschleuder im Netz, die maßgeblich zu Donald Trumps Sieg bei den Wahlen beigetragen hat. Im Oktober hatte die Seite 85 Millionen Zugriffe verzeichnet. " Ich habe das Zuhause der Alt-Right Bewegung gebaut ", hatte er stolz verk...

Wo die zweite Scheibe Käse auf dem Cheeseburger herkommt

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Es türmt sich ein gewaltiger Berg auf. Er besteht aus Käse und er wächst jeden Tag weiter. Ein erhellender Artikel bei Vox.com warf neulich ein Schlaglicht auf das kaum für möglich gehaltene Spannungs- und Interdependenzverhältnis zwischen China, amerikanischer Käseproduktion, Russland und dem Rückgang des Anteils der weißen Bevölkerung in den USA. Das alles fügt sich tatsächlich zusammen und diese Story geht ungefähr so: Mehr als 500 Millionen Kilo Käse lagern derzeit in Kühlhäusern überall im Land, das Ergebnis einer hemmungslosen, profitgetriebenen Überproduktion in den letzten Jahren. Diese wiederum war die Folge eines Aufschwungs für die chinesische Mittelklasse vor zwei Jahren, die sich in einem Heißhunger der Chinesen auf Milchpulver ausdrückte. Sicher auch auf andere Dinge wie Reisen nach Europa und Luxusuhren aus Schweizer Produktion, aber eben auch auf Milchpulver. Der amerikanische Farmer handelte schnell, kaufte Extra-Kühe und fuhr die Produktion von Milch hoch. Da...

Russlands Kolonie in Kalifornien

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Mehr als 1,5 Millionen Quadratkilometer Fläche bekamen die USA am 30. März 1867 dazu, als sie dem schwer in Geldnot geratenen russischen Zaren Alaska abkauften. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts hatten sich Russen in Alaska niedergelassen, sie lebten in aller Regel vom Pelzhandel - wobei sie die eingeborene Bevölkerung der Aleuten als Sklaven benutzten. Allerdings hatte man die Population der Otter, auf deren Fell es die Kolonialherren abgesehen hatten, ziemlich rasch so weit dezimiert, dass sich das Jagd-Business nicht mehr richtig lohnte. Auch das mit der Landwirtschaft wollte auf Alaska Boden nicht so recht funktionieren und so wurde es Zeit, sich nach neuen Möglichkeiten umzusehen. So fiel der Blick auf Kalifornien. Dort hatten die Spanier zu jener Zeit schon allerhand Kolonien errichtet und es ging ihnen nicht schlecht. Die Russen hatten mit den Spaniern zuvor schon so einiges an Handel getrieben und gemeinsam auf die Jagd gegangen war man an der kalifornischen Küste auch schon...

Gottes Botschaft

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Zu den Eindrücken eines Roadtrips durch die USA, besonders wenn man durch kleinere Orte kommt, gehören ein paar Dinge, die man zuerst als unbekannt wahrnimmt, die sich aber bald ganz selbstverständlich in den Gesamteindruck einfügen. Wassertürme sind solche Dinge, aber auch Tafeln mit Wechselbuchstaben, wie sie zum Beispiel vor Schulen stehen, aber besonders gerne vor Kirchen. Dort verkünden sie entweder das Wort Gottes oder Termine für die Kirchengemeinde. Meistens jedenfalls. Oder sie werden für ganz andere Botschaften genutzt und dienen damit als leuchtendes Beispiel dafür, dass man in Amerika mit manchen Themen eben ein bisschen ungezwungener umgeht. In diesem Beispiel etwa möchte man wohl mit einem Augenzwinkern die Schwellenangst senken und neue Schäfchen für die Gemeinde gewinnen. Letzteres ist vermutlich ein nicht ganz unwichtiger Faktor für die fantasievollen church signs im Land: Zum einen möchte man sich als weltoffen und modern präsentieren, als Ort der Gemeinschaft zu...

Ein digitaler Albtraum

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In der Mitte von Kansas geht es beschaulich zu. Es gibt viel Grün, dazwischen mal einen Wasserturm und ein paar Gebäude. Ein paar Leute verdienen ihr Geld mit Zulieferservices für die Ölindustrie, andere mit der Landwirtschaft. So richtig aufregend ist hier nichts. Sollte man meinen. Die Arnolds aus Potwin, Kansas sehen das allerdings etwas anders. Irgendwann vor rund 14 Jahren machte sich eine Firma daran, alle IP-Adressen, die es so gibt, zu Straßenadressen zuzuordnen. Das lief auch ganz gut; jedenfalls so gut, dass die dabei entstandenen digitalen Landkarten in den folgenden Jahren einige Verbreitung fanden. Dem Problem, dass man aber längst nicht alle IP-Adressen tatsächlich einem geographischen Ort zuordnen kann, entledigten sich die Kartographen auf etwas unelegante Art: Sie legten sie alle einfach auf einen Punkt, irgendwo ziemlich genau in der Mitte der USA.  Seitdem liegen rund 600 Millionen IP-Adressen im Vorgarten der Arnolds. Die wiederum gehobeneren Alte...

Der Verständiger

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Es ist ein überaus freundliches, sympathisches Gesicht, das einem auf der Website des Dallas Police Departments und an anderen Stellen begegnet. David Brown, so scheint es, lächelt eigentlich immer und auf manch einem Foto hat er eine Brille auf, die ein bisschen grotesk wirkt; so eine Brille, wie sie von Leuten getragen wird, die sich selbst nicht so ernst nehmen.  Brown ist seit 2010 Polizeichef von Dallas und hätte es jenen Tag im Juli 2016 nicht gegeben, dann wäre das außerhalb von Texas nur den wenigsten Leuten bekannt gewesen. Dann aber stand Brown plötzlich vor Dutzenden Kameras und musste erklären, was seine Leute herausgefunden hatten über einen Mann, der eine Protestveranstaltung gegen mutmaßlich rassistisches und gewalttätiges Vorgehen von Polizisten genutzt hatte, um Polizisten zu erschießen. Fünf starben in dieser Nacht. Schwarz, weiß, Morde, Polizei. David Brown ist nicht neu in dieser Welt, es scheint nur irgendwie ein besonders sarkastischer Schachzug des Schic...

Versteckte Juwelen

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Die Nationalparks sind wohl so etwas wie die Kronjuwelen des amerikanischen Tourismusangebots. Klar, den Grand Canyon, Yosemite oder Bryce Canyon muss man auch mal gesehen haben. Es ist allerdings leider so, dass die wenigsten Besucher sich ausreichend Zeit nehmen, um all die Schönheiten eines Nationalparks richtig zu erkunden. Meistens bleibt man ja doch in einem ziemlich engen Radius rund um das Besucherzentrum und da ist es entsprechend voll, vor allem während der Hauptreisezeiten.  Für fortgeschrittene USA-Touristen und als Alternative lohnt da ein Blick auf die State Parks. In allen 50 Bundesstaaten wurden State Parks eingerichtet, in einigen sogar mehr als 100. Auch diese sind oft äußerst sehenswert, aber nicht so überlaufen. State Parks werden von den Bundesstaaten verwaltet und dienen dem Naturschutz oder als Freizeitgelände. Sie haben zwar oft nicht die touristische Infrastruktur, wie man sie aus den Nationalparks kennt, dafür aber sind sie versteckte Schätze, in denen ...