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Utqiagvik

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Utqiagvik - das klingt ein bisschen so, als ob es sich um ein traditionelles indonesisches Reisgericht handelt oder um den Namen eines Bürodrehstuhl bei IKEA. Ist es aber nicht. Utqiagvik ist der neue Name des Örtchens Barrow, von dem sich vornehmlich Bilder wie dieses finden lassen. Das ist, genau genommen, sogar ein ziemlich charakteristisches. Denn wenn irgendwo hinter dem Ort Mitte November die Sonne untergeht, dann sieht man sie erst Mitte Januar wieder. Utqiagvik ist die nördlichste Stadt der USA. Rund 4000 Menschen leben hier, gut 60% davon sind Ureinwohner Alaskas und die Abgeschiedenheit ihres Wohnorts hat wahrscheinlich mit dazu beigetragen, dass uralte Traditionen sich hier besonders gut haben erhalten können.  Aber zurück zur Namensgebung. Ein paar Kilometer außerhalb der Kleinstadt liegt Point Barrow, der nördlichste Punkt der USA, von einem englischen Geographen 1825 nach einem ebenfalls englischen Admiral benannt. Der Ort bekam den fremden Namen sozusa...

TV-Demokratie

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Wir leben in Zeiten, in denen Umfragen nicht mehr so recht in der Lage zu sein scheinen, politische Stimmungen richtig zu interpretieren. Also müssen neue Maßstäbe und Orientierungspunkte her. Die New York Times, die ihrerseits seit dem 9. November gedanklich damit zu kämpfen hat, dass Außenseiter Trump die Wahl gewonnen hat, scheint diese Ankerpunkte nun gefunden zu haben - auf dem Fernsehbildschirm. Das sind die Robertsons. Die Robertsons betreiben in Louisiana eine Fabrik für Ententröten, also für Pfeifen, die den Lockruf von Enten imitieren. Das ungewöhnliche (übrigens millionenschwere) Unternehmen und die nicht minder ungewöhnliche Familie sind das Thema einer Reality-TV-Serie namens "Duck Dynasty", die seit 2012 im amerikanischen Kabelfernsehen läuft. Bei den Robertsons geht es in der Regel rustikal zu. Man ist bibelfest, man mag moderne Technik weniger gern und man mag es auch nicht besonders, wenn Frauen aus den ihnen zugedachten Rollen auszubrechen suchen....

Versandet

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Florida hat mehr als ein Pfund, mit dem es auf dem internationalen Tourismusmarkt wuchern kann, aber seine Strände spielen eine der wichtigsten Rollen. Sandstrand, möglichst weißer, wirkt in Werbebroschüren immer noch am Besten. Derselben Erkenntnis folgt man nicht nur in Miami Beach, sondern auch in so ziemlich jedem Ort entlang der Atlantikküste, der einen Zugang zum Meer vorzuweisen hat; ganz gleich ob in Florida oder Georgia, Virginia oder New Jersey. Um die typischen Bilder weiter vorweisen zu können, um das Gefühl vom warmen Sand auf der Haut vermitteln zu können, müssen diese Strandgemeinden aber immer mehr aufwenden und es ist nicht auszuschließen, dass es mancherorts diese Bilder gar nicht mehr geben wird. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass es die Strände eigentlich heute schon nicht mehr gibt. In den 1970er Jahren war der Strand von Miami Beach eigentlich schon so gut wie verschwunden, denn Welle auf Welle spült etwas vom Sand weg und lässt den Strand erodieren. A...

Amerika im November

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Ein Spielplatz in Brooklyn, New York, am 20.11.2016 Richard B. Spencer wird als Erfinder des Begriffs "Alt-Right" angesehen. "Alt-Right" ist, ganz grob, das was bei uns unter "Rechtspopulismus" zusammengefasst wird, wobei man die Definition auch noch weiter nach rechts verschieben kann. Es gibt Leute, die Spencer dem "White Supremacist"-Umfeld zurechnen, also jenen Leuten, die von der Überlegenheit der weißen Rasse überzeugt sind. Zu Alt-Right jedenfalls gehören neben Spencer auch Leute wie Stephen Bannon und Andrew Breitbart. Nach dem Tod des Gründers hatte Stephen Bannon die Leitung der Breitbart-Website übernommen und sie nicht nur zum Sturmgeschütz von Alt-Right ausgebaut, sondern auch zu der Nachrichtenschleuder im Netz, die maßgeblich zu Donald Trumps Sieg bei den Wahlen beigetragen hat. Im Oktober hatte die Seite 85 Millionen Zugriffe verzeichnet. " Ich habe das Zuhause der Alt-Right Bewegung gebaut ", hatte er stolz verk...

Wo die zweite Scheibe Käse auf dem Cheeseburger herkommt

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Es türmt sich ein gewaltiger Berg auf. Er besteht aus Käse und er wächst jeden Tag weiter. Ein erhellender Artikel bei Vox.com warf neulich ein Schlaglicht auf das kaum für möglich gehaltene Spannungs- und Interdependenzverhältnis zwischen China, amerikanischer Käseproduktion, Russland und dem Rückgang des Anteils der weißen Bevölkerung in den USA. Das alles fügt sich tatsächlich zusammen und diese Story geht ungefähr so: Mehr als 500 Millionen Kilo Käse lagern derzeit in Kühlhäusern überall im Land, das Ergebnis einer hemmungslosen, profitgetriebenen Überproduktion in den letzten Jahren. Diese wiederum war die Folge eines Aufschwungs für die chinesische Mittelklasse vor zwei Jahren, die sich in einem Heißhunger der Chinesen auf Milchpulver ausdrückte. Sicher auch auf andere Dinge wie Reisen nach Europa und Luxusuhren aus Schweizer Produktion, aber eben auch auf Milchpulver. Der amerikanische Farmer handelte schnell, kaufte Extra-Kühe und fuhr die Produktion von Milch hoch. Da...

Russlands Kolonie in Kalifornien

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Mehr als 1,5 Millionen Quadratkilometer Fläche bekamen die USA am 30. März 1867 dazu, als sie dem schwer in Geldnot geratenen russischen Zaren Alaska abkauften. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts hatten sich Russen in Alaska niedergelassen, sie lebten in aller Regel vom Pelzhandel - wobei sie die eingeborene Bevölkerung der Aleuten als Sklaven benutzten. Allerdings hatte man die Population der Otter, auf deren Fell es die Kolonialherren abgesehen hatten, ziemlich rasch so weit dezimiert, dass sich das Jagd-Business nicht mehr richtig lohnte. Auch das mit der Landwirtschaft wollte auf Alaska Boden nicht so recht funktionieren und so wurde es Zeit, sich nach neuen Möglichkeiten umzusehen. So fiel der Blick auf Kalifornien. Dort hatten die Spanier zu jener Zeit schon allerhand Kolonien errichtet und es ging ihnen nicht schlecht. Die Russen hatten mit den Spaniern zuvor schon so einiges an Handel getrieben und gemeinsam auf die Jagd gegangen war man an der kalifornischen Küste auch schon...

Gottes Botschaft

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Zu den Eindrücken eines Roadtrips durch die USA, besonders wenn man durch kleinere Orte kommt, gehören ein paar Dinge, die man zuerst als unbekannt wahrnimmt, die sich aber bald ganz selbstverständlich in den Gesamteindruck einfügen. Wassertürme sind solche Dinge, aber auch Tafeln mit Wechselbuchstaben, wie sie zum Beispiel vor Schulen stehen, aber besonders gerne vor Kirchen. Dort verkünden sie entweder das Wort Gottes oder Termine für die Kirchengemeinde. Meistens jedenfalls. Oder sie werden für ganz andere Botschaften genutzt und dienen damit als leuchtendes Beispiel dafür, dass man in Amerika mit manchen Themen eben ein bisschen ungezwungener umgeht. In diesem Beispiel etwa möchte man wohl mit einem Augenzwinkern die Schwellenangst senken und neue Schäfchen für die Gemeinde gewinnen. Letzteres ist vermutlich ein nicht ganz unwichtiger Faktor für die fantasievollen church signs im Land: Zum einen möchte man sich als weltoffen und modern präsentieren, als Ort der Gemeinschaft zu...