Den Geist vertreiben, der von außen kam

Donald Trump ist ja eigentlich gar kein Republikaner. Um bei den Präsidentschaftswahlen im November eine ernsthafte Chance zu haben, muss man auf dem Ticket einer der beiden großen Parteien antreten, das hat die Vergangenheit gezeigt. Trump hat sich dafür die Republicans ausgesucht und zwischenzeitlich auch schon mehr als einmal verkündet, dass er das auch bleiben lassen und auf eigene Faust in den Wahlkampf ziehen könne. Streng genommen wäre das eigentlich das Beste, was den Republikanern passieren könnte.

Trumps wüste Rhetorik und seine ominösen Ankündigungen prägen den Wahlkampf bisher und ganz bestimmt sprechen sie auch viele Wähler an. "Endlich mal einer, der auf political correctness pfeift", hört man oft. Dabei weiß Trump, dabei wissen an Politik Interessierte und wahrscheinlich auch die meisten seiner Anhänger, dass das meiste halt wirklich Getöse ist und völlig unrealistisch. Ein US-Präsident hat nur begrenzte Macht, das hat auch Barack Obama mehr als einmal erfahren müssen. Auch ein Donald Trump wird dieses riesige Land nicht im Handstreich verändern können. Weil nämlich auch bei den Republikanern, die derzeit die Mehrheit im Kongress stellen, längst nicht alle hinter dem Gepoltere des Milliardärs stehen. Von den Endorsements, also den Wahlempfehlungen aus den Reihen republikanischer Amts- und Funktionsträger, hat Trump nicht eine einzige bekommen, die gingen vor allem an Cruz, an Rubio und an Bush. Tatsächlich, auch Ihnen die mediale Aufmerksamkeit gefällt, hätten die richtigen, echten Republikaner nämlich gerne einen der ihren als Kandidaten gegen - vermutlich - Hillary Clinton und am allerliebsten Marco Rubio, weil Ted Cruz einfach nicht besonders viele Freunde in der Partei hat. Aber notfalls auch lieber den, auch wenn der Senator aus Texas ein bisschen viel Konservatives mit sich bringt.

In Texas findet die Vorwahl der Republicans am 01. März statt, am Super Tuesday, an dem so viele Wahlmännerstimmen für den nationalen Parteitag vergeben werden, dass er wohl vorentscheidend sein wird. Sollte Ted Cruz seinen eigenen Heimatstaat, in dem es allein 155 Stimmen zu gewinnen gibt, nicht für sich entscheiden können, dann wird es Kräfte geben, die ihn zum Rückzug werden bewegen wollen. Dann hätte die Partei noch zwei Wochen Zeit, um die Stimmen der Fans von Cruz, von Bush und von einigen anderen, die schon nicht mehr dabei sind, hinter Rubio zu vereinen, denn 14 Tage später finden die Vorwahlen in dessen Heimatstaat Florida statt. Sollte da dann kein deutlicher Rubio-Sieg bei herauskommen, dann stünde der Kandidat der Republikaner wohl fest und das wäre dann gar kein richtiger Republikaner.

  

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